Die Geschwister Jan und Nina verlieren als Kinder bei einem Terroranschlag ihre Eltern und leben seitdem bei ihrem Großonkel Clemens und seiner Frau Monika in Bonn.
Nina war als Teenie sehr schwierig, hat aber nun die Trauer um ihre Eltern gut im Griff. Jan hat seine Gefühle in sich verschlossen, betreibt Sport bis zum Exzess, studiert mehr als fleisig und ist ansonsten eher ein Einzelgänger.
Als Clemens und Monika das arabische Zwillingspärchen Elias und Mounia aufnehmen, das in Bonn studieren soll, benimmt sich Jan dauerhaft daneben, denn sein Hass auf alles Arabische überdeckt alles, auch die aufkeimenden Gefühle zu Elias.
Wird es Elias schaffen, das Herz von Jan zu erobern? Und wie wird Jan auf das Geheimnis der Zwillinge reagieren?

Bei meinen Leseeindrücken beziehe ich mich auf ein Manuskript, das gerade zum letzten Mal vor Veröffentlichung vom Lektor gegengelesen wurde. Es kann also sein, daß ich von etwas schreibe, was so gar nicht mehr im fertigen Roman steht…
Als mich Hagen Ulrich vor einigen Monaten fragte, ob ich gerne sein erstes Buch, das im November veröffentlicht wird, lesen möchte, habe ich recht spontan ja gesagt ohne mich größer mit dem Inhalt auseinander zu setzen und ich bin vollkommen unbefangen an das Buch herangegangen.
Das Konzept des Buches hat mir sehr gut gefallen.
Dass das Buch im beschaulichen Bonn spielt, fand ich klasse. Die kurzen Ausflüge nach Afrika in die Heimat der Bucharis sind gut beschrieben und vor allem das Einbauen des arabischen Musikinstruments Oud und die damit zusammenhängende Romantik und Melancholie geben dem Roman einen besonderen Touch.
Jan und Elias sind zwei gutaussehende Protagonisten und in diesem Zusammenhang gibt es ein paar Wortwiederholungen, die meinen Lesefluss etwas gestört haben.
Jan war mir stellenweise leicht unsympathisch, aber Hagen Ulrich entwickelt diese Figur sehr schön weiter und beschreibt glaubhaft die Wandlung von Jan.
Elias war mir direkt sehr sympathisch, wenn auch manchmal vielleicht zu brav.
Sämtliche Nebenfiguren, die zu den Familien der beiden Hauptfiguren gehören, fand ich gut beschrieben und absolut stimmig für die Geschichte.
Die Konzeption der Vampire fand ich auch gut gelungen, vor allem dass die Familie als Philantropen um die Bevölkerung der Region kümmert und sich von Blutkonserven ernährt.
Allerdings stehen die Fantasyelemente der Geschichte nicht im Vodergrund, sondern ganz klar die Beziehungsgeschichte zwischen Jan und Elias.
Der Schreibstil des Autors lies sich bis auf einige Wortwiederholungen gut lesen und war recht angenehm.
Die Liebesszenen waren schön in den Fluss der Handlung eingebaut, ich hätte mir dabei nur ein bißchen mehr Wortvielfalt und stellenweise auch ein bißchen mehr Romantik gewünscht, aber das ist reine Geschmackssache.
Insgesamt ist ‘Hochzeit der Vampire’ ein gelungener Gay-Romance-Erstling mit Spannungs- und Fantasyelementen, der hoffentlich seine Leser finden wird, denn das hat diese Geschichte und der Autor auf jeden Fall verdient!!!

Zum Schluss möchte ich mich noch einmal bei Hagen Ulrich bedanken, der mir sein Buch vor der Veröffentlichung als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt und meinen Lesehorizont damit wieder um eine Facette erweitert hat – vielen Dank!!!

‘Hochzeit der Vampire’ beim Himmelstürmer Verlag
Hagen Ulrich bei Twitter

 

Link zum Blogbeitrag in Unkraut vergeht nicht

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