Aisha Qandisha ist ein Kult im Norden Marokkos gewidmet, ein Überbleibsel aus phönizischer und ägyptischer Zeit. Man vermutet, dass in Aisha Qandisha die phönizische Göttin Astarte, eine Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin, weiterlebt. Allerdings ist die Gute ziemlich herabgesunken vom Status einer Liebsgöttin zu einem der sogenannten individualisierten Dschinnen, die ansonsten wenig persönliche Eigenschaften besitzen.

Aisha Qandisha

Aisha Qandisha

Die heutige Aisha Qandisha kümmert sich vorzugsweise um junge Männer, befällt sie, macht sie wahnsinnig, was im Arabischen mit madschnun bezeichnet wird. Befallene Jungs sehen sich plötzlich gezwungen, Kleidung in Rot und Schwarz zu tragen, denn das sind die Lieblingsfarben der Aisha Qandisha. Ansonsten ist sie nicht sonderlich brutal, was zu einer Liebesgöttin auch nicht wirklich paßt.

Andere Quellen schreiben ihr jedoch einen ziemlich brutalen Männerverschleiß zu, was dem Begriff One-Night-Stand eine völlige neue Dimension gäbe. Sie soll mit 30.000 Männern verheiratet gewesen sein bzw. sie besessen haben. Für mich hört sich das eher danach an, dass Frauen mal wieder grundsätzlich schlecht sind, wenn sie Spaß an Sex haben. Ist wieder so ein Religions-Männer-Dingsbums.

Ursprung der Aisha Qandisha

Einer der Ursprünge der Aisha Qandisha ist die kanaanitische Tempelhure Quedesha.

Aisha Qandisha wie auch ihr nicht weiter bekannter Ehemann Ḥammu Qiyu kommen ursprünglich aus Karthago im heutigen Tunesien und es hat sie durch Handel und Schiffahrt nach Marokko verschlagen. Beide Dschinnen, denn als solche werden sie angesehen, lieben Blut und man findet sie in der Nähe von Schlachthöfen.

Das machte Aisha Qandisha in meinen Augen geeignet, um aus ihnen den Ursprung meiner Buchari-Vampire zu machen. Die Bucharis stammen ursprünglich – wie der Name schon andeutet – aus Buchara und sind während der andalusischen Epoche Spaniens als Händler und Kaufleute nach Spanien eingewandert. Im Zuge der Reconquista flüchteten sie nach Marokko. Einer der Wächter ihrer Handelskarawanen wurde nach einem Raubüberfall durch die Verschmelzung mit einem blutliebenden Dschinn aus der Genealogie der Aisha Qandisha gerettet. Voila – das sind die Buchari-Vampire.

Die Bucharis sind nicht lichtscheu, trinken vorzugsweise tierisches Blut, halten deswegen Rinder und weisen ansonsten auch einige Eigenschaften auf, die man eher den Dschinnen zuschreibt. Bis zu einem gewissen Grad können sie mit Magie umgehen und sich in einen Sandsturm verwandeln. Sie lieben auch Wasser, weshalb sie in ihrer Kasbah einen Garten unterhalten und Lalla Sara, das Oberhaupt des Clans, beim Anblick des seltenen Regens sehr erfreut ist.

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