Die Nation dreht durch wegen Chemnitz. Schön. Und was ist mit Jüterbog?

In Chemnitz ist die Polizei nach Hinweisen des Verfassungsschutzes bis jetzt mit gutem Erfolg vorangekommen. Sie hat offensichtlich Schlimmeres verhindern können. Polizei und Justiz haben alles aufgeboten, was zur Verfügung stand. Gut so! Da kann man der Polizei Respekt zollen. Muß man zwar eigentlich nicht, weil das ja ihr Job ist, aber ich tue es dennoch. Es ist kein leichter Job.

Juhu – Endlich ein islamistischer Anschlag!

Die Medien berichten landauf, landab mit Sonderberichten, teilweise live. Die Nation läuft Amok, die Socials brennen. Nun ja, ist ja auch mal „endlich“ ein brisantes Thema. Endlich ein Anschlag mit einem Flüchtling, eventuell IS-Hintergrund, AfD und Pegida werden jubeln, Wasser auf ihren Haßmühlen. Da können sie gewaltig loslegen, Merkel bashen, herumtönen, wie recht sie gehabt hätten. Maischberger & Co werden schon in den Startlöchern stecken und die Besetzungspläne für die nächste Talksho über den Haufen schmeißen, um die „aktuelle Bedrohungslage“ medial auszuschlachten.

Brennende Jugendliche in Jüterbog?

Aber vor ein paar Tagen, als in Jüterbog eine Unterkunft mit minderjährigen Flüchtlingen angezündet werden sollte, da hat nach 24 h keine Sau mehr darüber geredet! Es war der Tagesschau keine Sondersendung wert. Keine Talkshow mit Bosbach & Co. Anscheinend brauchen wir erst die Leichen von ein paar verbrannten Jugendlichen. Dann gibt es den routinierten Betroffenheitszirkus, Gauck hält eine „Freiheitsrede“, es wird ein Gedenkstein gesetzt, man gründet eine Stiftung, setzt einen Gedenkstein und gut ist.

Oder der Überfall von Jugendlichen auf Flüchtlingskinder in Sebnitz – auch das ist kaum ein Thema.

Rechtsterroristen, ihre Mitläufer und ihr Nachwuchs werden geschont.

Hier läuft etwas ganz gewaltig falsch! Was Jüterbog betrifft, ist das genauso widerlich wie der verhinderte Anschlag in Chemnitz. Aber welches Engagement zeigt die Polizei hier?  Werden die Täter genauso vorgeführt, ihr Hintergrund beleuchtet? Namen und Foto der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt?
Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.

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