Köln braucht die AfD so nötig wie einen Oraltripper
Sehr geehrter Herr Berger,
mit Erstaunen habe ich Ihren Artikel gelesen und kann Ihrer Meinung „Liebe Kölner, keine Stadt in Deutschland braucht derzeit die AfD so sehr wie ihr!“ nicht beipflichten. Ich halte mich nach wie vor oft und gern in Köln auf und habe nicht den Eindruck, in der Bronx zu sein. Hingegen habe ich – nachdem ich für unsere Autorengruppe Bundesamt für magische Wesen auf unserer Facebookseite die Teilnahme an der Demo „Köln stellt sich quer“ ankündigte, sehr interessante Kommentare aus AfD-Kreisen zu verzeichnen gehabt. Diese Kommentare vermittelten mir schon eher den Eindruck, pötzlich die Bronx am Hals zu haben.
Als Autoren, die wir es – wenn auch im Fantasybereich, also dem Themenspektrum, dem Sie, David Berger, ja auch einmal beruflich im Umfeld der Katholischen Kirche verpflichtet waren – gewohnt sind, sorgfältig zu recherchieren, haben wir uns die AfD, deren Repräsentanten, ihre Positionen und ihr öffentliches Auftreten angesehen. Da kamen wir zu einem eindeutigen Schluß.
Es ist Politpöbel – mehr nicht. Die Höckes, Gaulands, Petrys, Poggenburgs und wie sie alle heißen, reden einer Ideologie das Wort, die wir nicht gebrauchen können, und die wir auch nicht brauchen, um real existierende Probleme zu lösen. Zumal die AfDler ja auch oft genug erklären, gar nicht in einer Regierung arbeiten zu wollen. In einer Demokratie kommt der Opposition die Aufgabe zu, jederzeit in der Lage zu sein, die amtierende Regierung ablösen zu können. Das will die AfD erklärtermaßen nicht.

Geifernder Politpöbel aus AfD-Kreisen

Eines von vielen Beispielen, in denen sich die Qualität der AfD-Hirnakrobaten zeigt.

Eines von vielen Beispielen, in denen sich die Qualität der AfD-Hirnakrobaten zeigt.

Nach Hunderten von Kommentaren zu unserer Teilnahmeankündigung, deren Stil und Qualität der Inhalte, kamen wir umso mehr zu dem Schluß, dass es sinnvoll ist, sich dem Politpöbel entgegen zu stellen. Friedlich und mit einer klaren Meinung, wie es in einer Demokratie üblich ist. Natürlich gehören wir damit in den Augen der AfDler automatisch zur Antifa.

 
Wir konnten uns von den AfD-Fanboys und -Girlies schon anhören, wir seien wahlweise von den Blockparteien finanziert, vom internationalen jüdischen Kapital ausgehalten, mal kamen auch Illuminaten und Freimaurer ins Spiel, von den Saudis und dem IS ganz zu schweigen.
 
Und so einer Klientel reden Sie das Wort? Ich würde mich zutiefst schämen, ja vor mir selbst Ekel empfinden, müßte ich feststellen, mit den AfD-Fanboys und -Girls politische Gemeinsamkeiten zu haben. Wäre ich nicht Atheist, würde ich für Sie beten. So kann ich mich nur mit Mitleid abwenden.

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1 Comment

  • Wolfgang Brosche Posted 21. April 2017 20:19

    Tante Dolores haut so was fast täglich raus…er kann gar nicht anders – das Abgleiten in den rechten Sumpf ist schon mit einer Zwangsstörung zu vergleichen… Aber das ist ihn nicht plötzlich überkommen – der war schon immer so…
    Aber das habe ich vor anderthalb Jahren schon prophezeiht …https://diekolumnisten.de/2016/01/11/david-berger-der-selbstmystifizierer/

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