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Friedlich im Schlaf gestorben – meine „kleine Irre“ ist tot

Gestern Nacht ist die kleine Irre gestorben. Fast friedlich im Schlaf hinübergedämmert. Gesegnet mit dem Ego eines sibirischen Tigers, verpackt in 1,3 kg Kartäuserkatze, hat sie uns jahrelang viel Freude bereitet und viele schöne Momente nach Katzenart. Sehr dominant, die Kleinste unserer Katzen, aber immer dabei, wenn es darum ging, den anderen Katzen und Katern zu zeigen, wer das Regiment führt. Außerdem hat sie uns zwei prachtvolle Kater geschenkt, von denen einer mich als sein persönliches und zu beschmusendes Kuscheltier betrachtet.
Zwei Söhne unserer Mieze, die wir immer nur die kleine Irre nannten. Die beiden Halbbrüder hängen aneinander. (Foto: Hagen Ulrich)
Zwei Söhne unserer Mieze, die wir immer nur die kleine Irre nannten. Die beiden Halbbrüder hängen aneinander. (Foto: Hagen Ulrich)

Die letzten Wochen waren nicht leicht mit ihr und für sie. Sie brauchte Medikamente, die sie bereitwillig mit etwas Katzenpaste nahm und mußte auch gewaschen werden, da sie den Weg zum Katzenklo nicht mehr schaffte. Aber sie aß und trank, wollte bei uns sein und an unserem Leben teilhaben. Oft zog sie sich mit zwei Vorderläufen mühsam auf das Sofa hoch, um uns nahe zu sein – es war so viel Lebenswille da und dann bringt man es nicht übers Herz, das Tier einzuschläfern. Wer bin ich, über das Leben eines lebenswilligen Wesens bestimmen zu wollen?

Der letzte Abend mit meiner Kleinen

Gestern Abend kam sie mühsam zu mir gerobbt, kuschelte sich an meine Seite und schnurrte laut. Sie verweigerte ihre Medis. Essen und trinken wollte sie auch nichts mehr. Etwas Wasser mit einem Schmerzmittel tropfte ich ihr auf die Zunge. Ich habe sie dann auf meinen Brustkorb platziert, meine Hand unter ihren Kopf gelegt und gekrault. Als sie mühsamer atmete, habe ich ihr den Kopf angehoben, und dann ging es leichter. So verging der Abend, während ich mir die Dokus über den Tod der britischen Königin ansah.
Und gegen 2 Uhr ist meine kleine Irre dann gestorben. Ich bin froh, dass ich sie hatte und dass ich ihr die letzten Stunden etwas erleichtern konnte. Aber es schmerzt sehr – wie jedes Mal, wenn so ein kleines Plüschmonster stirbt, mit dem man jahrelang sein Leben geteilt hat.

Die „kleine Irre“ wird mir fehlen

Meine kleine Irre, ein Egoshooter von Kartäuserkatze, ist nicht mehr. (Foto: Hagen Ulrich))
Meine kleine Irre, ein Egoshooter von Kartäuserkatze, ist nicht mehr. (Foto: Hagen Ulrich))

Wenn ich abends auf dem Sofa liegend an den Fantasyromanen über Vampire schrieb, brachte sie es oft fertig, sich mitten auf die Tastatur zu setzen oder wie von der Tarantel gestochen durch das Wohnzimmer zu rasen, über Sofas und Schränke zu klettern und dann aus dem höchsten Regal völlig unbeteiligt auf das Chaos herabzublicken, welches sie während ihrer Tour angerichtet hatte. Und dafür mußte man sie einfach lieben. Für ihre perfekte Katzenart. Ich werde sie vermissen, wie jede der kleinen plüschigen Persönlichkeiten, mit denen mein Mann und ich unser Leben geteilt haben und die unser Leben bereichert haben.

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Rainer Simon
Rainer Simon
16 Tage zuvor

Der grösste aber gleichzeitig auch schwerste Liebesdienst den wir unseren geliebten Mitwesen geben können und müssen, ist es sie gehen zu lassen. Meinen Respekt das sie bei dir auf der Brust einschlafen durfte. Mein Mitgefühl für deinen Verlust!