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Für Romano Christen kann in Bad Godesberg kein Platz sein

Dieser Tage kamen aus dem Umfeld der organisierten Christen eine dieser speziell christlich-katholischen Meldungen, nach denen man wieder einmal mehr nur noch entsetzt und mit Ekel den Kopf schütteln und sich mit Grausen abwenden kann. Romano Christen soll als Pfarrvikar nach Bad Godesberg versetzt werden? Aber der Reihe nach.

Es ist die Personalpolitik von Kardinal Woelki, die nicht nur bei den Godesberger Katholiken die Zornesfalten das Grand-Canyon-Format erreicht und vertieft. Es ist sehr vorsichtig formuliert, wenn Annette Schwolen-Flümann von der Bürgerstiftung Rheinviertel von einer „besorgniserregenden“ Situation spricht.

Romano Christen als Pfarrer in Bad Godesberg? Echt jetzt?

Bietet die die Kirche St. Hildegard in Bad Godesberg Platz für Romano Christen?
Bietet die die Kirche St. Hildegard in Bad Godesberg Platz für Romano Christen?

In der bei katholischen Hierarchen im Allgemeinen und bei Kardinal Woelki im Besonderen beliebten Mentalität der Gesalbten des Herrn, die im Besitz der allein selig machenden Wahrheit und im Wissen darüber, was für die Menschheit wichtig ist, sprich also in heiliger Mission unterwegs sind, wurde der künftige Ex-Leiter des Bonner Albertinums Romano Christen als künftiger Pfarrvikar in Bad Godesberg benannt.

Romano Christen, wir erinnern uns, das ist einer dieser Christen, die sich im Lichte des Glaubens mit dem Thema Homosexualität befassen. Und diese Katholische Kirche geht gern davon aus, dass Homosexualität nicht angeboren, sondern ein sogenannter gewählter Lebensstil ist. Man sucht es sich nach katholischer Auffassung also aus, ob man als Mann Männer attraktiv findet, und ob man als Frau auf Frauen steht und so sein Leben und seine Partnerschaft gestalten will.

Früher nannte man das gern geisteskrank, bis es von der Liste geistiger Erkrankungen gestrichen wurde. Heute nennt es ein Christ vom Schlage des Romano Christen die „Folge einer psychologischen (Fehl)entwicklung“ in Kindheit und Jugend, so referierte der Pater und bisherige Priesterausbilder 2019 vor Priesteranwärtern. Des weiteren führte er aus, dass er Schwule für therapierbar halte.

Die Homo-Heilung im Vortrag des künftigen Pfarrers

Kinder sollte man vor der homophoben katholischen Ideologie schützen.
Kinder sollte man vor der homophoben katholischen Ideologie schützen.

„Auch wenn sie von der Schwulen-Lobby regelrecht dämonisiert werden, gibt es Therapien und Männer, die sie erfolgreich bestanden haben“, so Pater Romano Christen in einem 2019 vor Priesteramtsanwärtern gehaltenen Vortrag.

Wer sich mit dem Thema Homo-Heilung auseinandersetzen möchte, welches oftmals entsetzliche Folgen für die von solchen Priestern ins Unglück getriebenen Schwulen und Lesben hatte, findet bei Arte die Dokumentation Wie krank ist Homo-Heilung?

Annette Schwolen-Flümann, die bei der Bürgerstiftung Rheinviertel aktiv ist, reagiert zurecht entsetzt wie auch hoffentlich viele andere Menschen in Bad Godesberg. Und man muss sich nicht mehr fragen, wenn man den Bericht zum Thema Homo-Heilung auf arte gesehen hat, ob man seine Kinder – egal ob sie später hetero- oder homosexuell leben – in eine Kirche schicken will, deren Pfarrer das eigene Kind für latent fehlentwickelt hält. Nein, man muss sich nicht fragen. Man KANN es sich nicht fragen, ob man aus einem Kind gemäß der katholischen Ideologie mittels Homo-Heilung einen seelischen Krüppel macht, dem jahrzehntelanges Leiden und ein verpfuschtes Leben bevorsteht, weil er oder sie nicht so lieben darf, wie er oder sie es gemäß der Veranlagung gern täte. Das ist Kindesmissbrauch zur „höheren Ehre Gottes“.

Man kann den Godesbergern nur wünschen, dass sie es erreichen, dass Romano Christen in ein anderes Wirkungsgebiet versetzt wird. Nach Uganda vielleicht, dort wird man ihn in gewissen Kreisen mit Wohlwollen aufnehmen, denn der frühere ugandische Etikminister und katholische Ex-Priester Simon Lokodo wollte gern die Todesstrafe für Schwule einführen. Oder nach Polen, für LGBTIQs auch nicht gerade der Himmel auf Erden.

Es gilt auch hier der heiße Tipp, aus der Katholischen Kirche sobald als möglich auszutreten. Am besten en bloc als ganze Gemeinde, vielleicht mit einem Übertritt zur Altkatholischen Kirche, die eine deutlich realitätsnähere Einstellung zum Leben und zur Liebe zwischen Menschen hat.

Stoppt den katholischen Kirchen-Klüngel zum Wohle von Kindern und Jugendlichen

Mir könnte es als Atheist und als glücklich und schwul verheirateter Mann egal sein, was den katholischen Klüngel geweihter Röckchenträger bewegt. Aber man darf nicht wegsehen, wenn es eine Gefahr gibt, der Kinder in Kindergärten und Jugendliche an Schulen ausgesetzt sein könnten. Priester wie dieser Romano Christen sind eine latente Gefahr für das seelische Wohl von Kindern und Jugendlichen, wenn die Möglichkeit besteht, dass sie dieser schrecklichen und in Deutschland verbotenen „Therapie“ der Homo-Heilung ausgesetzt werden könnten. Oder dass Eltern einen „Geheimtipp“ bekommen, wenn sie sich vertrauensvoll an einen Pfarrer wenden, weil sie pubertierenden Sohn mit seinem Freund im Bett erwischt haben. Denn es gibt sie noch, diese Homo-Heilung.

 

 

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